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Wenn ukrainische Traditionen lebendig werden!
Interkulturelle Wochen 2026

Wenn ukrainische Traditionen lebendig werden!

Veröffentlicht am:2. November 2026

Ein unvergesslicher Abschluss der Interkulturellen Wochen 2026

Es gibt Veranstaltungen, die mit Applaus enden. Und es gibt solche, die noch lange danach Emotionen, warme Erinnerungen und ein besonderes Gefühl der Verbundenheit hinterlassen.

Genau so hat BARWA e.V. die diesjährigen Interkulturellen Wochen in Schweinfurt ausklingen lassen!

Den krönenden Abschluss des Programms am 31.10 bildete die Theateraufführung „Eine Reise durch ukrainische Hochzeitstraditionen“ unseres Kindertheaterstudios BARWA PlayLab. Sie entführte die Gäste in die Welt alter ukrainischer Bräuche, voller Herzlichkeit, Lebensfreude, Humor und echter Gastfreundschaft.

Auf der Bühne wurden traditionelle Vetschornytsi - ukrainische Dorfabende, das sommerliche Iwan-Kupala-Fest sowie alte Bräuche rund um die Brautwerbung und Verlobung lebendig. Das Publikum erlebte unter anderem den humorvollen Brauch, einem unerwünschten Freier als Zeichen der Ablehnung einen Kürbis zu überreichen, den berührenden elterlichen Segen für das Brautpaar und traditionelle Hochzeitsrituale, die seit Jahrhunderten zur Gründung einer neuen Familie gehören. Humorvolle Szenen, lebendige Traditionen, farbenfrohe Trachten und das beeindruckende Spiel unserer jungen Schauspielerinnen und Schauspieler schufen eine Atmosphäre, in der Vergangenheit und Gegenwart auf besondere Weise miteinander verschmolzen.

Und das Besondere daran: Die gesamte Aufführung fand auf Deutsch statt!

Für uns war das weit mehr als eine Theateraufführung. Es war ein wunderbares Beispiel dafür, wie unsere Kinder ihren Platz in der deutschen Gesellschaft finden, ihre Sprachkenntnisse weiterentwickeln, Selbstvertrauen gewinnen und gleichzeitig die Verbindung zu ihren kulturellen Wurzeln bewahren. Sie lernen Deutsch nicht nur - sie nutzen die Sprache bereits, um anderen Menschen die Geschichte, Kultur und Traditionen der Ukraine näherzubringen.

Und ist das nicht ein wunderbares Beispiel dafür, wie gelebte Integration aussehen kann?

Die Aufführung berührte die Menschen auf ganz unterschiedliche Weise. Manche lachten von Herzen, andere konnten ihre Tränen kaum zurückhalten. Für die einen war es eine Begegnung mit Erinnerungen an die Heimat, an die Kindheit und an Familienfeste, die sie fern der Ukraine so sehr vermissen. Für andere war es die erste Begegnung mit ukrainischen Traditionen, die voller Symbolik, Humor, Wärme und Liebe stecken.

Und nach der Aufführung ging das Fest an einer reich gedeckten ukrainischen Hochzeitstisch weiter!

Hier haben unsere Köchinnen wirklich alle Erwartungen übertroffen. Aromatischer Borschtsch mit Pampuschky, frisch zubereitete Warenyky, traditioneller Speck, würzige hausgemachte Wurst, verschiedene eingelegte Köstlichkeiten, traditionelle Vorspeisen und zahlreiche weitere Spezialitäten ß alles wurde mit so viel Liebe zubereitet, dass man sich beinahe wie zu Hause bei einem großen Familienfest fühlte.

Unsere wunderbaren Frauen aus der BARWA-Kochgruppe sorgten dafür, dass für jeden Geschmack etwas dabei war. Neben herzhaften Fleischgerichten gab es auch eine vielfältige Auswahl für Gäste, die auf Fleisch verzichten. Und das liebevoll gestaltete Dessertbuffet war ein weiterer Höhepunkt dieser festlichen Hochzeitstafel!

Es war weit mehr als nur ein gemeinsames Essen. Es war eine weitere Gelegenheit, die ukrainische Kultur kennenzulernen - diesmal durch ihre Aromen, ihren Geschmack und ihre großzügige Gastfreundschaft.

Unser größter Stolz aber sind die Kinder. Ihr Mut, ihr Engagement, ihre Aufrichtigkeit und ihre Begeisterung, anderen Menschen von der Ukraine zu erzählen, verdienen besondere Anerkennung. Sie haben gezeigt, dass unsere Traditionen auch fern der Heimat nicht verloren gehen. Sie leben weiter, bekommen eine neue Stimme und finden ihren Weg in die Herzen von Menschen aus anderen Kulturen.

Nicht ohne Grund fiel in unserer Aufführung ein Satz, der uns besonders am Herzen liegt: „Traditionen leben weiter, solange wir sie mit Liebe weitergeben.“

Für uns ist das nicht nur ein schöner Satz aus einem Theaterstück. Er bringt auf den Punkt, warum uns die Arbeit mit unseren Kindern so wichtig ist. Wir möchten, dass die junge Generation, ganz gleich, wo sie eines Tages leben wird, ihre Wurzeln kennt, stolz auf ihre Herkunft ist und ihre Muttersprache, Kultur und Traditionen bewahrt. Damit unsere Kinder all das eines Tages an ihre eigenen Kinder weitergeben können - mit derselben Liebe, mit der es einst an uns weitergegeben wurde.

Denn ein Volk lebt nicht nur auf dem Boden seiner Heimat. Es lebt in den Erinnerungen, in der Sprache, in den Liedern, in den Traditionen und in den Herzen seiner Menschen. Und solange es Menschen gibt, die dieses kulturelle Erbe bewahren und an die nächsten Generationen weitergeben, bleibt auch das Volk lebendig.

Genau darin sehen wir einen wesentlichen Sinn unserer Arbeit: Brücken zwischen Kulturen zu bauen und Menschen dabei zu unterstützen, ihren Platz in einer neuen Gesellschaft zu finden, ohne ihre eigene Identität aufgeben zu müssen.

Ein riesiges Dankeschön gilt unseren kleinen Schauspielerinnen und Schauspielern, allen, die an der Inszenierung mitgewirkt haben, unseren talentierten Köchinnen, unserer Kostümbildnerin, den Eltern, allen Helferinnen und Helfern sowie jedem Einzelnen, der zur Gestaltung dieses besonderen Festes beigetragen hat.

Und selbstverständlich danken wir unseren Gästen für ihre ehrlichen Emotionen, ihr Lächeln, ihren Applaus und ihre offenen Herzen!

Die Interkulturellen Wochen 2026 sind zu Ende gegangen. Für uns ist das jedoch kein Schlusspunkt, sondern ein weiteres wunderschönes Kapitel in der Geschichte von BARWA.

Unser Theaterstudio PlayLab bereitet sich bereits auf neue Begegnungen mit dem Publikum vor! Vor uns liegen weihnachtliche Theateraufführungen, neue Rollen, Proben und viele weitere kreative Entdeckungen. Besonders freuen wir uns darüber, dass unsere jungen Schauspielerinnen und Schauspieler bereits Einladungen zu weiteren Auftritten erhalten haben. Das erfüllt uns mit großer Freude und zeigt, dass die Kreativität der Kinder, ihre Begeisterung und ihre Liebe zur eigenen Kultur weit über unsere Gemeinschaft hinaus Menschen berühren.

Denn Kultur ist nicht nur das, was wir bewahren. Kultur ist auch das, was wir miteinander teilen.

Und wir haben wirklich viel zu teilen!